Evidenzbasiertes Wissensmanagement, EbWM
Thursday, 20. March 2008 23:41
Machen Sie etwas, weil andere es “auch so” machen? Denken Sie über eine Wiki-Lösung zur Dokumentation nach, weil gerade jeder das Web 2.0 hochjubelt? Oder gehen Sie überlegter an die Dinge ran, treten vielleicht auch mal einen Schritt zurück, um Entscheidungen mit ein wenig Abstand und verbesserter Informationsgrundlage besser treffen zu können?
Die zweite Sichtweise entspricht derjenigen eines Evidenzbasierten Managements, EbM. Evidenzbasiertes Management bezeichnet eine Art und Weise der Unternehmensführung, bei der “Managemententscheidungen durch expliziten Gebrauch bestmöglicher wissenschaftlicher Methoden und Befunde getroffen werden”, so Felix C. Brodbeck in seinem zu EbM einführenden Artikel der Zeitschrift Organisationsentwicklung, 1/2008.
Evidenzbasiertes Management ist an für sich nicht neu. Es ist eine konsequente Weiterentwicklung der QM-Bewegung und deren Streben nach Verbesserung. Statistical Process Control, TPM und andere Konzepte stellen Zwischenschritte auf dem Weg zu Management-Konzepten wie Six Sigma dar. Und gerade Six Sigma inspiriert das Management und die Beratungsbranche nach wie vor durch sein strikt faktenorientiertes Vorgehen. Der Autor dieses Blogs beispielsweise wurde von Six Sigma so geprägt, dass er seit 2003 unter dem Claim “Fakten für Entscheider” die Dr. Träger Managementberatung betreibt.
Doch was bedeutet EbM für das Wissensmanagement? Wie sieht ein EbWM, ein Evidenzbasiertes Wissensmanagement, aus?
- Als wesentlichstes Kriterium verzichtet ein EbWM auf den medialen Hype. In Fällen, in denen ein papierbasiertes Organisationshandbuch besser passt als das Intranet-Wiki und dies faktenbasiert belegt werden kann, wird ein evidenzbasiert agierender Wissensmanager die Papierversion befürworten.
- Zudem wird für ein EbWM ein Meta-Wissensmanagement benötigt. Dieses Meta-Wissensmanagement liefert die Zahlen, Daten und Fakten, die evidenzbasierte Entscheidungen zum Wissensmanagement erst ermöglichen.
Eingebettet werden diese speziellen Aspekte in eine Unternehmenskultur, die dem Evidenzbasierten Management als solchen den notwendigen Stellenwert sichert. Denn nur dann werden die Vorgehensweise und Ergebnisse eines EbWM akzeptiert und finden Niederschlag im betrieblichen Alltag.
Thema: Web 2.0, Kennzahlen, EbWM | Kommentare (0) | Autor: Thomas Träger
